Am 5. Dezember 1994 unterzeichnen in Budapest Ukraine, Russland, USA und Großbritannien das Budapester Memorandum, eines der wichtigsten Dokumente für die europäische Sicherheit nach dem Kalten Krieg.

Kontext: Ukraine erbt nach Unabhängigkeit von UdSSR 1991 das drittgrößte Nukleararsenal der Welt (etwa 1.900 strategische Atomsprengköpfe und 2.500 taktische Atomwaffen).

Teilnehmer: Ukraine (Leonid Kutschma), Russland (Boris Jelzin), USA (Bill Clinton), Großbritannien (John Major).

Vereinbarungen:
1. Ukraine verzichtet auf Nukleararsenal und überträgt alle Waffen an Russland
2. Russland, USA und Großbritannien garantieren territoriale Integrität und Unabhängigkeit der Ukraine
3. Sie verpflichten sich, keine Gewalt oder Drohungen gegen Ukraine anzuwenden
4. Kein wirtschaftlicher Druck zur Beeinflussung ukrainischer Politik

Umsetzung: Bis 1996 überträgt Ukraine alle Atomwaffen an Russland. Wird nichtnuklearer Staat.

Verletzung: Am 20. Februar 2014 annektiert Russland Krim und verletzt direkt Garantien. Am 24. Februar 2022 beginnt umfassende Invasion und demoliert Memorandum vollständig. Ukraine, denuklearisiert im Austausch für Sicherheitsgarantien, wird von genau denen überfallen, die ihre Sicherheit garantiert hatten.