Am 5. Dezember 1994 unterzeichnen in Budapest Russland, die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich ein Memorandum, das die Geschichte Osteuropas verändern sollte. Die Ukraine, die zum Zeitpunkt der Auflösung der UdSSR über das drittgrößte Nukleararsenal der Welt verfügte, verpflichtete sich, vollständig auf ihre Atomwaffen zu verzichten.

Im Gegenzug verpflichteten sich die drei Unterzeichnerstaaten, die Unabhängigkeit, Souveränität und bestehenden Grenzen der Ukraine zu respektieren. Insbesondere verpflichtete sich Russland ausdrücklich, keine Gewalt gegen die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit der Ukraine anzuwenden.

Diese Verpflichtung wurde von Russland im Februar 2014 mit der Annexion der Krim gebrochen, und später mit der vollständigen Invasion im Februar 2022.

Das Budapester Memorandum ist ein grundlegendes Dokument zum Verständnis der historischen Verantwortlichkeiten im russisch-ukrainischen Konflikt. Seine Verletzung hat auch Konsequenzen für die nukleare Nichtverbreitung: Welches Land wird jemals wieder auf Atomwaffen verzichten, nachdem es gesehen hat, was mit der Ukraine geschah?