Am 10. Februar 2007 hält der russische Präsident Wladimir Putin auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine Rede, die einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Russland und dem Westen markiert.

Kernpunkte der Rede

Putin kritisiert scharf:

- Die "unipolare Welt" unter US-Dominanz und bezeichnet sie als "inakzeptabel" und "unmöglich"
- Die NATO-Osterweiterung, die als "Provokation" beschrieben wird, welche "das Niveau des gegenseitigen Vertrauens reduziert"
- Westliche Militärinterventionen (Irak, Kosovo) als Verletzungen des Völkerrechts
- Die Stationierung von Raketenabwehrsystemen in Osteuropa

Das Schlüsselzitat

"Ich denke, es ist offensichtlich, dass die NATO-Erweiterung nichts mit der Modernisierung der Allianz selbst oder mit der Gewährleistung von Sicherheit in Europa zu tun hat. Im Gegenteil, sie stellt eine ernsthafte Provokation dar, die das Niveau des gegenseitigen Vertrauens reduziert."

Historische Bedeutung

Die Münchner Rede gilt heute als der Moment, in dem Russland öffentlich den in den 1990er Jahren begonnenen Weg der Integration mit Europa aufgab. Westliche Regierungen interpretieren sie als Erklärung des geopolitischen Revisionismus.

Konsequenzen

Rückblickend erscheint München 2007 als Signal für Russlands Absicht:

- Einfluss über ehemalige Sowjetterritorien wieder geltend zu machen
- Die Souveränität von Nachbarstaaten in Frage zu stellen
- Ein Narrativ der "NATO-Einkreisung" aufzubauen, um zukünftige Aktionen zu rechtfertigen

Nur 18 Monate später würde Russland in Georgien einmarschieren. Sieben Jahre später würde es die Krim annektieren.